upcoming! April/Mai 2017

Michaela Mück, Wien | was wir vermissen

Mittels Acrylfarbe, Tusche, Graphit und Silberstift übersetzt die Künstlerin Michaela Mück alte, private Schwarz-weiß-Fotos – sie zeigen Unbekannte, meistens zwei – ins malerische Medium. Dabei wird aber nicht ein flüchtiges Fotosujet durch zeitaufwändige Technik und beständigen Malgrund geadelt und haltbar gemacht. Michaela Mücks Aneignung umfasst mehr. Bildausschnitte werden gewählt und damit Szenerien verändert, Nuancen minutiöser Feinzeichnung oder des Schemenhaften bewusst gesetzt, Bildinhalte minimal verrückt.
Mück entlässt die Tyrannei des Konkreten im Fotografischen, um neue Blickwinkel und Interpretationen herauszufordern, die zwar nicht ohne Fragezeichen auskommen aber möglicherweise realer sind. Das gilt nicht zuletzt für die dargestellte menschliche (Inter-) Aktion. Diese wechselt spürbar vom privaten auf humanes Terrain und hinterlässt beim Betrachter/bei der Betrachterin die Impression unmittelbarer Relevanz.

Tina Thiel

Mit dieser Ausstellung nimmt die Galerie GUM an den Bielefelder Nachtansichten 2017 am Samstag, 29.04.17 teil.