Birgit Hölmer

 

In den Arbeiten von Birgit Hölmer begegnet uns kein befriedeter, kultivierter Wald - bis auf kleinere Weg-schneisen fehlen alle Hinweise auf eine Infrastruktur - und den Menschen vermissen wir ganz. Der "heavy forest" von Birgit Hölmer ist düster, geheimnisvoll, wenn nicht sogar bedrohlich. Hölmer beschwört mit ihren Arbeiten einen lange schon nicht mehr existenten Urwald oder eine unheimliche Märchenwelt aus unseren Kindertagen herauf. Wir fühlen uns mit der alten Frage der Hilflosigkeit des Menschen gegenüber der übermächtigen Natur konfrontiert.

Für die großformatige Arbeit im Fenster hat sie ein Motiv der kleinformatigen Grafiken auf einen semi-transparenten Gaze-Stoff übertragen, indem sie von der Rückseite mit Hilfe einer Spritzpistole schwarze Acrylfarbe aufgetragen hat, so dass den Stoff durchdringt und sich auf der Vorderseite als reliefartige Struktur absetzt. Das Waldmotiv scheint geradezu aus dem Stoff "herauszuwachsen".

Zwar mag die Sehnsucht zur Natur sie dazu bewegt haben, sich in den Wald zu begeben, aber wir können das Waldmotiv auch als Psychogramm unserer Gesellschaft lesen - ganz in der Tradition der romantischen Landschaftsdarstellungen eines Caspar David Friedrich.

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung Birgit Hölmer | heavy forest, 2008 von Friederike Fast,Kuratorin, Marta Herford.

Die Ausstellung Birgit Hölmer | wirklich,2014 mit einer Installation und Wandobjekten wurde mit Resonanzen des Künstlers Burkhard Scheller aus Hannover, der Kunstvermittlerin Angela Kahre vom Marta Herford und der Bielefelder Architektin Marion Körkemeier eröffnet.

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