Bridget Baker

 

Während eines längeren Aufenthaltes in Berlin fand die südafrikanische Künstlerin Bridget Baker die ca. 70 cm hohe Miniatur eines aus Backstein errichteten Wohnhauses aus den 1930er Jahren, das dem Film und der Ausstellung den Namen gege-ben hat. 

Im Schwarz-Weiß-Film wirkt das nächtliche

Haus merkwürdig fremd und unwirklich. Dies wird dadurch verstärkt, dass der Film im Rahmen der Installation nur schräg von der Seite durch Fensteröffnungen der in Bauholz nachgebildeten, ebenfalls verkleinerten Wände eines zweiten Hauses zu sehen ist, um das herum die Betrachter stehen.

Der Film beginnt mit Effekten, die einem Hitchcock-Film zu entstammen scheinen.

Die modellhafte Nachbildung gibt sich sofort als Gebäude zu erkennen, das nach den Prinzipien der klassischen europäischen Moderne des Bauhauses oder Le Corbusiers konzipiert wurde. Im Unterschied zum Haus im Film wirkt es klar und durchschaubar.

Steglitz House macht sichtbar, dass Erinnerungen zumeist mit Dingen verknüpft sind. Auch wenn die gezeigten Objekte zu großen Teilen aus dem Umfeld der Kün-stlerin und ihrer Familie stammen, lässt sich das verallgemeinern. Beim Sehen erfahren wir, wie ambivalent das häus-liche Umfeld ist. Das "Heim" scheint

gleichermaßen vertraut und unheimlich.

 

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung "Bridget Baker | Steglitz House", 2012 von Dr. Irene Below, Kunsthistorikerin, Werter/Westf.

 

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