Gabriele Undine Meyer

 

Verlieren und Wiederfinden, Vergessen und Erinnern ist ein zentrales Element im Werk von Gabriele Undine Meyer. So beispielsweise auch bei "Recall Katzenstein" und "pro_jektion | ost", in denen sie das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte - den Holocaust - mit der eigenen Biografie und der Vertreibung der Mutter aus Schlesien konfrontiert.

Mit "Inside Out" rückt sie die eigene Familiengeschichte erneut ins Zentrum und kehrt wortwörtlich das Innerste nach Außen, indem sie zunächst den Nachlass ihrer Mutter verarbeitet und sich dann mit ihren eigenen Erinnerungen und Hinterlassenschaften auseinandersetzt. Im einheitlichen Format einer Schublade hat Meyer eine Form gefunden, um aus verschiedenen Materialien dreidimensionale Bilder zu schaffen.

Die Schubladen eignen sich ideal dazu, diese Art von Familienportrait nicht nur wie eine Art Guckkasten mit Deckel in der Galerie zu präsentieren, sondern auch an anderen Orten zu zeigen. Über zwanzig Wohnungen in der Nachbarschaft der Galerie GUM dienen als erweiterter Ausstellungsraum. Die Gastgeber wählten ihr persönliches Exponat aus und empfangen die Gäste in ihren Privaträumen zur gemeinsamen Betrachtung. Jede Schublade erzählt ihre eigene Geschichte und für jeden Besucher anders. Auf diese Weise entstehen persönliche Begegnungen und neue Kontakte nicht nur zwischen der Künstlerin und ihren Nachbarn, sondern auch zwischen den Gastgebern und den Besuchern.

Auszüge aus der Einführung in die Aus-stellung Gabriele Undine Meyer | Inside Out, 2016 von Friederike Fast, Kuratorin, Marta Herford

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