• Galeristin GUM

Faith's Faces

Aktualisiert: 8. Mai

ist der Titel, den Franjo Tholen (anscheinend) für ein Werk vorgesehen hatte, das er nicht mehr vollenden konnte.


Im August 2019 befand sich der Künstler mit seiner Familie auf der letzten gemeinsamen Reise durch das alte Galizien (heute Ostpolen und Westukraine). In Lwiw (Lemberg) besuchten sie den berühmten Lychakivs’kyi tsvyntar (Lützenhofer Friedhof), einen der größten

und sepulkral-kulturell bedeutsamsten Friedhöfe Europas, der im 16. Jahrhundert für Pestopfer angelegt wurde und vielleicht vergleichbar ist mit dem Wiener Zentralfriedhof. Die wechselvolle Geschichte Lwiws spiegelt sich in den Grabzeichen wider: multikulturell, multiethnisch, multireligiös, armenisch, russisch, polnisch, ukrainisch, österreichisch… Zahlreiche Künstler, Literaten, Architekten, Wissenschaftler, reiche Kaufleute, Politiker und andere bedeutende Söhne und Töchter der Stadt wurden hier begraben, neben den Opfern der Kriege und Konflikte des 19. und 20. Jahrhunderts.


Ein wesentlicher Teil seines künstlerischen Schaffens entwickelte sich für Franjo Tholen aus der Auseinandersetzung mit historischen Bildzeugnissen, die er gezielt suchte und sammelte, selektierte, neu ordnete und nach sorgfältiger Bearbeitung in seriellen Werkgruppen zusammenfasste. Er bewahrte Verborgenes vor dem Vergessen, verknüpfte Vergangenes mit Gegenwärtigem, erstellte neue Sinnzusammenhänge und ermöglichte den Betracher*innen somit einen anderen Blick in die Echoräume der Geschichte. Somit war es auf dem alten Lützenhofer Friedhof naheliegend, dass die traditionell auf den Grabsteinen angebrachten Porzellanportraits der Verstorbenen sein Interesse für ein eventuelles späteres Projekt weckten.

Seine besondere Aufmerksamkeit galt hier jenen Portraits, die auf stille Weise deutliche Spuren von Vergänglichkeit zeigten, entstanden durch das Verrinnen der Zeit, Witterungseinflüsse, mutwillige Zerstörung oder auch Achtlosigkeit.


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Während der Vorbereitungen für die Ausstellung in der Galerie GUM begann der Krieg in der Ukraine. Es entstand die Idee einer Spenden-Aktion für die Flüchtlingshilfe. Die vorliegende, unvollendet gebliebene, fragmentarische Arbeit, die ihren Ausgang vor drei Jahren auf einem Friedhof in einem Land gefunden hat, in dem die Spuren des letzten Weltkrieges noch allgegenwärtig sind und das nun ein weiteres Mal zum Ort eines Krieges geworden ist, erscheint sehr geeignet für diese Idee.

Auch wenn die Fertigstellung dieses Projektes in seiner endgültigen Form nicht mehr entwickelt werden konnte und somit auch kein gültiges, vom Künstler autorisiertes Werk vorliegt, wurden von Melanie und Uma Tholen zwölf aus dem Arbeitsprozess ausgewählte Bilder für eine Spendenaktion zur Verfügung gestellt.


Bitte spenden Sie pro Bild 20 € (oder mehr) direkt an den Bielefelder Flüchtlingsfonds

https://www.bielefeld.de/ukraine


Spendenkonto Bielefelder Flüchtlingsfonds IBAN: DE18 4805 0161 0000 1248 00 BIC: SPBIDE3BXXX

Stichwort Franjo Tholen


So können Sie Ihre Spende steuerlich absetzbar machen und der Organisationsaufwand für die Galerie bleibt moderat.

Das gewünschte Bild oder die gewünschten Bilder können Sie persönlich in der Galerie oder per E-mail (g@ggum.de) mit Angabe der Nummer(n) bestellen. Die Bestellungen werden im Verlauf der Ausstellung gesammelt und on demand produziert. Bitte erlauben Sie nach dem Ende der Ausstellung ca. 7-14 Tage Bearbeitungszeit. Wenn die Drucke fertig sind, werden Sie benachrichtigt. Gegen Vorlage einer Kopie der Überweisung können die Bilder nach Vereinbarung in der Galerie abgeholt oder versendet werden, für den Fall lassen Sie uns bitte einen Rückumschlag zukommen.


Titel: Faith’s Faces

2019

Technik: Pigmenttintendrucke

Format: 20 x 15 cm

Edition, unlimitiert

Preis: je 20 € (+)

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