SUVAT

 

SUVAT ist Thai chinesischer Herkunft, er ist in Bangkok geboren und aufgewachsen. Er hat in London und in Hamburg gewohnt und in Wien Kunst studiert. Er lebt seit

seit fast 30 Jahren in Wien, er ist ein Wiener. Als SUVAT nach Deutschland bzw. Österreich kam, ergaben sich für ihn erhebliche Sprach- und Verständigungsprobleme. Er sprach einen chinesischen Dialekt, Thai und Englisch und lernte als weitere Fremdsprache Deutsch. Er empfand es als besonders schwierig, Gefühle in der neuen Sprache zu kommunizieren. Um dieses dennoch zu schaffen, suchte es nach einem nichtsprachlichen Ausdrucksmedium und fand die Malerei.Sein Arbeitsplatz war nur ein kleiner Tisch, an dem er mit Farbe arbeiten konnte. Er nannte diesen Ort "meine Ecke". Auch die Materialien waren einfach: Din A4 Papier, Pigmente und Wachs. Er arbeitete die farbigen Pigmente in mehreren Schichten mit den Händen in das Papier ein. So entsteht buchstäblich eine Tiefenschichtung der Farbe. Die einzelnen unterschiedlich farbigen Blätter stellte er zu "Pärchen" zusammen, später wurden die Blätter zu größeren Gruppen kombiniert.

DIN A4 ist SUVATs Format.

Auf eine weitere Werkgruppe bezieht sich der Titel der Ausstellung "Black Box". SUVAT nutzt bei diesen Arbeiten weiter das DIN A4 Format, beschränkt sich aber auf ein Farbsprektrum von Weiß, Schwarz und Grautönen und verwendet kleine Figuren, die in verschiedenen Raumverhältnissen kombiniert werden. Nach den Tiefenschichtungen der Gefühle in den Farbblättern thematisiert SUVAT in den aktuellen Arbeiten das Soziale, also Beziehungen der Menschen untereinander. Er zeigt Settings von menschlichen Figuren im Raum. Häufig wirkt der Raum wie eine Bühne, auf der die Figuren in unterschiedlichen Konstellationen 

gruppiert sind. Die Figuren sind eher stereotyp, eine spezifische Individualität ist kaum erkennbar.

Schaut man SUVATs Arbeiten an, könnte man auf die Idee kommen, dass er uns Einblicke in die Rätsel der schwarzen Kisten anbietet. Bei seinen Arbeiten kennen wir das Dazwischen, aber nicht das Vorher und Nachher. Und schaut man in seine schwarzen Kisten, trifft man gelegentlich nur wieder auf neue schwarze Kisten. Er stellt in seinen Bildern zwar Rahmen auf, aber diese verhelfen uns nicht zu eindeutigen Definitionen.

Alles bleibt irritierend.

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung SUVAT | Black Box, 2009 von Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Universität Hamburg

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